Wiederaufbau nach 1945


Die anrückenden sowjetischen Truppen beschlossen, die Linie Celldömölk – Eszterháza – Ödenburg für ihren Verkehr wieder in Stand zu setzen. Bereits am 9. April 1945 rollte erneut, diesmal ein sowjetischer, Militärzug über diesen Abschnitt. Auf dem Abschnitt Neusiedl am See – Pamhagen fuhr der erste Personenzug am 4. Juni 1946. Der Bahnverkehr zwischen Österreich und Ungarn konnte erst nach der Instandsetzung der gesprengten Brücke über den Einser Kanal im Frühjahr 1947 wieder aufgenommen werden. Der von Eszterháza über Neusiedl am See bis Wien Ostbahnhof verkehrende „Puszta-Express“ wurde zu einem Markenzeichen der Region.

In der Folge kam es allerdings zu Verkürzungen des Bahnlaufes. Ab 20. Mai 1951 führte die Raaberbahn AG die Züge nur mehr bis Neusiedl am See, der grenzüberschreitende Personenverkehr musste am 22. Mai 1955 eingestellt werden. Obwohl in den 1950er und Anfang der 1960er Jahre der Güterverkehr (vornehmlich Rübe) wuchs, ging die Personenbeförderung stark zurück. Der ungarische Streckenabschnitt verlor auch zunehmend an Bedeutung. Mit der stetigen Verlagerung des Güter- und Personentransportes von der Schiene auf die Straße wurde der Betrieb so unwirtschaftlich, dass die ungarische Regierung am 26. Mai 1979 den gesamten Verkehr im Abschnitt Celldömölk – Fertöszentmiklós einstellte.

Dem österreichischen Abschnitt blieb eine ähnliche Stilllegung erspart: Mit der Weiterführung der Schnellbahn von Wien bis Neusiedl am See wurde eine wichtige Anschlussverbindung geschaffen. Außerdem begann die Geschäftsführung der Neusiedler Seebahn mit dem Ausbau der Gleisanlagen. Man erhoffte sich ein verstärktes Güteraufkommen von den entlang der Strecke angesiedelten Lagerhäusern, wenn mit höherem Achsdruck und höherer Geschwindigkeit gefahren werden kann.

Neusiedler Seebahn GmbH | Bahnhofplatz 5, 7041 Wulkaprodersdorf